Professionelle Gutachter helfen beim Hauskauf

Nebenkosten beim Hauskauf

Bei einem Hauskauf sind die Nebenkosten ein nicht zu unterschätzender Faktor. Nach dem  Begleichen des Kaufpreises einer Immobilie ist mit weiteren Nebenkosten zu rechnen, die Sie bedenken müssen Hierzu gehören Maklercourtage (wenn Sie die Immobilie über einen Makler erworben haben), Grunderwerbsteuer und Notarkosten. Wenn Sie einen Gutachter beauftragt haben, kommen hier ebenfalls Kosten auf Sie zu. Auch die nachträglichen Sanierungskosten (wenn nötig) sollten Sie nicht unterschätzen. Ebenfalls müssen Sie zusätzliche Versicherungen für Immobilienbesitzer abschließen, die Sie dann je nach gewählter Zahlweise in kontinuierlichen Abständen zahlen müssen.

Hier eine Auflistung der prozentualen Nebenkostenanteile:

1. Notarkosten (ca. 2 % des Kaufpreises)
2. Grunderwerbsteuer (3,5%-6,5% des Kaufpreises je nach Bundesland)
3. Eintragung ins Grundbuch (ca. 0,5% des Kaufpreises, meist in den Notarkosten)
4. Finanzierungskosten (bis zu 1% des Kaufpreises)
5. Kosten für einen Gutachter
6. Maklergebühren (3,57 – 7,14% inkl. MwSt. je nach Region)
Ggf. die Genehmigung des Verwalters (0,2% des Kaufpreises bei Eigentumswohnungen)

Bedenken Sie, dass die Kaufnebenkosten in der Regel ungefähr 2-4 Wochen nach Ihrer Unterschrift beim Notarvertrag gezahlt werden müssen.

Notar und Grundbucheintrag

Beim Hauskauf ist ein notariell beglaubigter Kaufvertrag gesetzlich vorgeschrieben – die Berechnung für die beglaubigte Urkunde über den Kauf der Immobilie ist wieder nach dem Kaufpreis geregelt: Ungefähr 2 Prozent werden dem Käufer hierfür berechnet. Der Notar veranlasst dann auch den Eintrag ins Grundbuch, denn nur so sind Sie auch der tatsächliche Eigentümer. Für diesen Eintrag werden ca. 0,5  Prozent des Kaufpreises berechnet. Oft sind diese Kosten bereits in den Notarkosten enthalten. Informieren Sie sich bei Ihrem Notar bezüglich der Kosten.

Makler

Wenn Sie einen Makler bei Ihrer erfolgreichen Suche beauftragt haben, möchte dieser auch für seine Arbeit entlohnt werden. Diese Entlohnung nennt sich Courtage. Sie ermittelt sich aus dem Kaufpreis. Darauf entfallen dann für den Käufer je nach Region 3 – 6% + MwSt. (also 3,57% bis 7,14%)

 

Grunderwerbsteuer

Zu den Nebenkosten beim Hauskauf gehört ebenfalls die Grunderwerbssteuer, die gleich nach dem Kauf beim Finanzamt fällig wird. Insgesamt müssen Sie 3,5 – 6,5% je nach Bundesland des Kaufpreises für den Erwerb einen Hauses, eines Grundstücks oder einer Wohnung abführen. Gegenstände die Sie mit dem Haus zusammen erworben haben werden vorher vom Kaufpreis abgezogen.

Aktuelle Grunderwerbsteuersätze (Stand 1.1.2015):

Baden-Württemberg: 5 %
Bayern: 3,5 %
Berlin: 5 %
Brandenburg: 5 %
Bremen: 5 %
Hamburg: 4,5 %
Hessen: 6 %
Mecklenburg-Vorpommern: 5 %
Niedersachsen: 5 %
Nordrhein-Westfalen: 6,5 %
Rheinland-Pfalz: 5 %
Saarland: 6,5 %
Sachsen: 3,5 %
Sachsen-Anhalt: 5 %
Schleswig-Holstein: 6,5 %
Thüringen: 5 %
Wann muss keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden?

  • bei einem Kauf bis 2500,- Euro
  • bei einer Schenkung mit Eintragung eines Nießbrauchrechts (z.B. lebenslanges Recht, eine Wohnung oder ein Haus zu bewohnen, und alle Nutzungen aus dem Grundstück zu beziehen)
  • beim Erwerb durch den Ehemann oder die Ehefrau des Verkäufers (auch bei Geschiedenen)
  • bei einer Übernahme durch Kinder (Verwandte in gerader Linie)

Tipp:
Für bewegliche Gegenstände (nicht mit dem Haus verbunden) fällt keine Grunderwerbsteuer an. Für bewegliche Objekte, auf die Sie keine Grunderwerbsteuer zahlen möchten, müssen Sie also einen gesonderten Kaufvertrag erstellen und diese darin aufführen. Oder Sie geben die beweglichen Objekte im Kaufvertrag gesondert an.

Betragen die beweglichen Gegenstände mehr als 15 Prozent des Kaufpreises müssen Sie dem Finanzamt Nachweise in Form von Belegen nachreichen.

Achten Sie auch darauf, dass die Beleihungsgrenze nicht überschritten wird. Falls dies geschieht, wird die Finanzierung der Immobilie teurer, denn die Kosten für die Zinsen können die Ersparnis der Grunderwerbsteuer übersteigen.


Grundsteuer

Zwar ähneln sich Grunderwerbsteuer und Grundsteuer vom Namen her, sie unterscheiden sich jedoch grundsätzlich voneinander. Wie bereits beschrieben wird die Grunderwerbsteuer nur einmal beim Immobilienkauf fällig. Die Grundsteuer dagegen wird jährlich erhoben. Die Berechnungsgrundlage für die Grundsteuer ist der Grundstückswert des Objekts. Die Grundsteuer wird meist von den Städten und Gemeinden mit den Abwasser- und Wassergebühren eingezogen.

Zinsen

Wenn Sie sich Ihr Traumhaus über eine Bank haben finanzieren lassen, sind Nebenkosten wie Zinsen und Tilgungsraten über einen bestimmten Zeitraum fällig. Diese sind je nach Bank und Höhe des Darlehens unterschiedlich und fallen individuell aus. Holen Sie sich Angebote von verschiedenen Banken ein und vergleichen Sie diese miteinander. Lassen Sie sich ausführlich beraten. Mit der Finanzierungszusage steht und fällt oft der Immobilienkauf. Sie sollten genügend Spielraum für Notfallausgaben einplanen sowie für alltägliche Ausgaben, die Ihrer Lebensqualität zu Gute kommen (Urlaub usw.)

Zwar ist es heute durchaus möglich ein Haus ohne Eigenkapital zu kaufen, jedoch verlängert sich dadurch der Abzahlungszeitraum und auch die Zinsen sind in solchen Fällen höher, als wenn Sie eine Anzahlung leisten. Je höher die Anzahlung, desto niedriger sind auch oft die Zinsbeträge. Übernehmen Sie sich nicht, was die Höhe der Zinsbeiträge und die Laufzeit angeht. Zwar lässt sich nicht immer alles im Leben planen, jedoch können Sie vorsorglich aufkommenden Schwierigkeiten aus dem Weg gehen, indem Sie von vornherein alles so gut wie möglich durchdenken.

Versicherungen

Als Immobilienbesitzer sollten Sie Ihr neues Heim auch ausreichend versichern. Einige der nachfolgenden Versicherungen besitzen Sie eventuell schon, andere sollten Sie noch abschließen. So sind Sie für den Fall der Fälle gegen Schäden versichert. Holen Sie sich vorab verschiedene Angebote von unterschiedlichen Versicherungen ein und lassen Sie sich ausreichend beraten. Stimmen Sie die Versicherung auf Ihre Bedürfnisse ab und planen Sie die entstehenden Kosten in Ihre Finanzierung mit ein.

Über nachfolgende Versicherungen sollten Sie sich als frischgebackener Hausbesitzer informieren, bzw. diese bei Bedarf abschließen.

Hausratversicherung: Versichert sind bewegliche Gegenstände.

Wohngebäudeversicherung: Ohne diese Versicherung bekommen Sie keine Finanzierungszusage von der Bank. Wenn der Verkäufer seine Wohngebäudeversicherung nicht kündigt, geht Sie automatisch an den Käufer über. Versichert sind hier alle Gegenstände, die fest mit dem Gebäude verbunden sind. Nur in wenigen Fällen überlappen sich Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung.

Private Rechtsschutzversicherung: Diese Versicherung ist auch ohne Immobilienbesitz interessant. Wenn Sie sie erst mit dem Hauskauf abschließen, versichern Sie alle Themen rund um den Immobilienkauf mit.

Bauversicherung und Bauherrenhaftpflichtversicherung: Falls Sie Sanierungsmaßnahmen planen, schützt Sie diese Versicherung vor Schäden während der Bauzeit.

Unter anderem kann auch der Abschluss einer Risikolebensversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie interessant sein. Informieren Sie sich diesbezüglich.

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